Häufige Fragen

Fragen zur Gewässervermessung mit USV

Von Genauigkeit und Wassertiefe über Kosten und Datenformate bis zu Genehmigungen — hier stehen die Antworten, die im Erstgespräch am häufigsten gebraucht werden.

Grundlagen

Was ist Bathymetrie?

Bathymetrie ist die Vermessung des Gewässergrundes — das Gegenstück zur Landvermessung, nur unter Wasser. Gemessen wird mit Schall: Ein Echolot bestimmt die Laufzeit eines Signals bis zur Sohle und zurück.

Kombiniert mit einer präzisen Position und Höhe entsteht daraus ein Höhenmodell des Gewässerbodens, aus dem sich Tiefenkarten, Profile und Volumina ableiten lassen.

Was ist ein USV beziehungsweise ein unbemanntes Vermessungsboot?

Ein USV (Unmanned Surface Vehicle) ist ein unbemanntes Wasserfahrzeug, das autonom entlang geplanter Linien fährt oder manuell gesteuert wird. Es trägt dieselbe Vermessungssensorik wie ein bemanntes Messboot, ist aber klein und leicht genug, um ohne Slipanlage von Hand eingesetzt zu werden.

Dadurch werden flache und schwer zugängliche Gewässer messbar, die für ein Messschiff nicht erreichbar oder wirtschaftlich nicht darstellbar sind. Technische Daten des NaviBlue ansehen.

Was ist der Unterschied zwischen Einstrahl-Echolot und Multibeam?

Ein Einstrahl-Echolot misst einen schmalen Punkt direkt unter dem Boot; die Fläche entsteht durch ein Raster aus Messlinien und anschließende Interpolation. Ein Multibeam-System erfasst einen Fächer und deckt die Fläche unmittelbar ab.

Für Flachwasser, kleine Gewässer und Profilaufgaben ist das Einstrahl-Verfahren wirtschaftlich und im Ergebnis ausreichend. Wo eine vollständige Flächenabdeckung nach Regelwerk gefordert ist, etwa in tiefen Bundeswasserstraßen, ist Multibeam das richtige Werkzeug.

Genauigkeit & Messbereich

Wie genau sind die Messergebnisse?

Die Positionierung erreicht über RTK-GNSS mit SAPOS®-Korrekturdaten 1–2 cm in Lage und Höhe. Das Einstrahl-Echolot löst mit 1 mm auf.

Die tatsächliche Gesamtgenauigkeit hängt zusätzlich von Wellengang, Schallgeschwindigkeit im Wasser und Beschaffenheit der Sohle ab. Sie wird über Kreuzungspunkte mit Kontrollprofilen aus den Daten selbst nachgewiesen und im Messbericht ausgewiesen.

Wie flach und wie tief kann gemessen werden?

Bei rund 30 cm Tiefgang ist eine sichere Messfahrt ab etwa 0,4 m Wassertiefe möglich. Der Messbereich des Echolots beginnt 0,15 m unter dem Schwinger und reicht bis 100 m Wassertiefe.

Kann bei Wind und Wellen gemessen werden?

Der Katamaran-Rumpf mit tiefem Schwerpunkt erlaubt Messfahrten bei 40–50 cm Wellenhöhe. Ein Motion-Sensor kompensiert Roll-, Pitch- und Hubbewegungen. Messungen in der Ostsee haben gezeigt, dass die Datenqualität dadurch auch bei Seegang nicht leidet.

Bei stärkerem Seegang, starker Strömung oder dichtem Schiffsverkehr wird der Einsatz vorab geprüft und gegebenenfalls verschoben.

Lässt sich die Dicke einer Schlammschicht messen?

Ja. �ber ein Echolot mit einem Dualfrequenzecholot (50/450-kHz). Das niederfrequente Signal durchdringt die weiche Sedimentdecke. Das hochfrequente Signal wird an der oberkante der Weichschicht reflektiert.Der Abstand beider Horizonte ist die Mächtigkeit der Weichschicht.

Bei sehr gasreichen Schlämmen oder gleitenden Übergängen wird die Interpretation unsicherer; dann empfehle ich, die akustischen Ergebnisse an einzelnen Stützpunkten durch eine Sondierung zu verifizieren. Mehr zur Sedimentmächtigkeit.

Ablauf, Kosten & Organisation

Was kostet eine Gewässervermessung?

Der Preis richtet sich vor allem nach der Größe des Messgebiets, dem gewünschten Profilabstand, der Anzahl der Anfahrten und dem Umfang der Auswertung.

Weil das Boot ohne Slipanlage, Trailer und Kran einsetzbar ist und aus dem Büro gesteuert werden kann, entfallen typische Logistikkosten — das schlägt bei kleinen und mittleren Gewässern deutlich durch. Für ein konkretes Angebot genügen Lage, Fläche und Verwendungszweck.

Muss für die Messung jemand vor Ort sein?

Zum Einsetzen und Bergen des Bootes ja. In vielen Projekten übernimmt das das Team, das ohnehin vor Ort ist — etwa für eine Drohnenbefliegung oder die Landvermessung.

Die Messfahrt selbst wird über das Internet aus dem Büro gesteuert. Damit entfällt eine komplette zweite Anreise, und beide Datensätze entstehen im selben Termin.

Wie funktioniert die Fernsteuerung über das Internet?

Das Boot ist über vier unabhängige Wege erreichbar: Starlink-Satellitenkommunikation, zwei getrennte 5G-Mobilfunkanbieter und eine WLAN-Antenne. Der Wechsel zwischen den Wegen erfolgt automatisch im laufenden Betrieb.

Zum Steuerplatz laufen Live-Videobild, Position, Kurs, Tiefe und Systemstatus; zum Boot gehen Missionsplanung, Fahrbefehle und Not-Stopp. Das Boot bleibt damit jederzeit überwacht.

Sind Genehmigungen für den Einsatz erforderlich?

Das hängt von Gewässer, Eigentümer und Schutzstatus ab und muss im Einzelfall geklärt werden.

Der vollelektrische Antrieb hilft dabei erheblich: kein Kraftstoff an Bord, keine Abgase, geringe Geräuschentwicklung und minimaler Wellenschlag. In Schutzgebieten und Trinkwassertalsperren ist das regelmäßig das entscheidende Argument. Bei der Abstimmung mit Behörden und Eigentümern unterstütze ich mit den nötigen technischen Angaben.

Arbeiten Sie auch als Subunternehmer für Vermessungs- und Ingenieurbüros?

Ja, das ist ein Schwerpunkt. Sie erfassen Land- und Drohnendaten, ich liefere den Unterwasserteil im selben Bezugssystem und im selben Zeitfenster. Weil das Boot fernsteuerbar ist, genügt es, wenn Ihr Team es vor Ort ein- und aussetzt.

In welchen Regionen sind Sie im Einsatz?

Schwerpunkt sind Lübeck, Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern sowie die Nord- und Ostseeküste. Projektbezogen bin ich bundesweit unterwegs; da das Boot in einem normalen Fahrzeug transportiert werden kann, ist die Anreise unkompliziert.

Daten & Lieferung

Welche Datenformate werden geliefert?

Tiefenkarten als PDF, DXF/DWG oder Shapefile, digitale Geländemodelle als GeoTIFF, ASCII-Grid oder XYZ, Punktwolken und Querprofile in gängigen Austauschformaten, dazu der Messbericht als PDF.

Die Ausgabe wird an Ihre Software angepasst — ob QGIS, ArcGIS, AutoCAD oder Civil 3D. Alle Datenprodukte ansehen.

In welchem Bezugssystem werden die Daten geliefert?

Nach Ihrer Vorgabe. Üblich sind ETRS89 mit UTM-Abbildung in der Lage und DHHN2016 in der Höhe.

Weil die Höhe über RTK-GNSS bestimmt wird, entsteht direkt ein Höhenwert des Gewässergrundes — unabhängig vom Wasserstand zur Messzeit und damit über Jahre hinweg vergleichbar.

Was ist ein Seitensicht-Sonar und wann brauche ich es?

Ein Seitensicht-Sonar erzeugt ein flächiges akustisches Bild des Gewässergrundes statt einzelner Tiefenwerte. Sinnvoll ist es, wenn nicht die Tiefe im Vordergrund steht, sondern das, was am Grund liegt: Seegraswiesen und Habitate, Steine, Leitungen und Kabel oder die Unterscheidung von Sand, Kies und Schlamm.

Das Boot kann dafür optional mit einem Cerulean Omniscan 450 SS ausgestattet werden. Anwendungen ansehen.

Noch offene Fragen?

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