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Seitensicht-Sonar: Seegras, Sediment und Objekte

Manchmal ist nicht die Tiefe die Frage, sondern was am Grund liegt. Ein Seitensicht-Sonar liefert ein zusammenhängendes akustisches Bild des Gewässerbodens — dort, wo einzelne Profillinien nur Stichproben wären.

Messprinzip

Zwei Schallschwaden, ein flächiges Bild

Das Sonar strahlt nicht nach unten, sondern schräg zu beiden Seiten. Was zurückkommt, ergibt zeilenweise ein Bild — vergleichbar mit einem Luftbild, nur mit Schall statt Licht aufgenommen. Aus den einzelnen Fahrspuren entsteht anschließend ein zusammenhängendes Mosaik.

Querschnitt mit Seitensicht-Sonar: zwei fächerförmige Schallschwaden nach links und rechts, Nadir-Bereich ohne Abdeckung unter dem Boot, Seegraswiese, Steine mit akustischem Schatten und eine Leitung am Gewässergrund, darunter das entstehende Sonar-Mosaik mit Sand-, Schlamm- und Kiesflächen
Zwei Schwaden erzeugen ein zusammenhängendes Mosaik. Der Schatten hinter Objekten verrät deren Höhe, unterschiedliche Rückstreuung erlaubt die Ansprache von Sand, Kies und Schlamm. Zum Vergrößern anklicken

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Rückstreuung statt Tiefe

Harte, grobe Böden werfen viel Schall zurück und erscheinen hell; weiche Schlammflächen schlucken ihn und bleiben dunkel. Genau dieser Unterschied macht Sedimentgrenzen sichtbar.

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Schatten verrät Höhe

Hinter jedem erhabenen Objekt liegt ein akustischer Schatten. Aus seiner Länge und der Entfernung zum Boot lässt sich abschätzen, wie hoch das Objekt aufragt.

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Nadir-Lücke schließen

Direkt unter dem Boot bleibt ein Streifen ohne Abdeckung. Die Profile werden deshalb überlappend geplant, sodass die Nachbarlinie diese Lücke füllt.

Anwendungsfälle

Wofür ein flächiges Sonarbild gebraucht wird

Seegras- und Habitatkartierung

Seegraswiesen und Makrophytenbestände zeichnen sich im Sonarbild deutlich vom offenen Sediment ab. Ihre Ausdehnung wird dadurch flächig erfassbar und als Fläche abgrenzbar — statt aus Tauchgängen an einzelnen Punkten hochgerechnet zu werden.

Sedimentansprache

Sand, Kies, Steinfelder und Schlammflächen unterscheiden sich in der Rückstreuung. So entsteht eine flächige Karte der Bodenarten als Grundlage für Planung, Genehmigung und ökologische Bewertung.

Objekte und Leitungen finden

Steine, Leitungen, Kabel, Fundamente, verlorene Gegenstände und Bauwerksreste lassen sich lokalisieren und in ihrer Lage dokumentieren — auch dort, wo Sichttauchen wegen Trübung aussichtslos ist.

Strukturen am Gewässergrund

Rippelfelder, Erosionsrinnen, Kolke und Steinschüttungen zeigen sich als Muster im Mosaik. Das ergänzt die reine Tiefenmessung um eine Aussage zur Dynamik am Boden.

Kontrolle von Maßnahmen

Nach Steinschüttungen, Sohlsicherungen oder Aufspülungen zeigt eine Wiederholungsaufnahme, ob das Material dort liegt, wo es liegen soll — und ob es dort bleibt.

Vorerkundung

Vor Bauarbeiten, Baggerungen oder Beprobungen lohnt ein Blick auf den Grund: Wo lohnt eine Sondierung, wo liegen Hindernisse, wo ist die Fläche homogen?

Im Verbund

Am stärksten zusammen mit der Bathymetrie

Ein Seitensicht-Sonar liefert kein Höhenmodell — es zeigt, wie der Grund aussieht, nicht wie tief er liegt. Umgekehrt sagt eine Tiefenkarte nichts darüber, ob dort Sand, Schlamm oder eine Seegraswiese liegt.

Deshalb werden beide Sensoren in derselben Fahrt betrieben. Sie ergeben zusammen ein Ergebnis, das mehr ist als seine Teile: eine Tiefenkarte, über die sich die Bodenarten legen lassen — im selben Bezugssystem, aus derselben Aufnahme, ohne zeitlichen Versatz.

Weil das Boot ohnehin ein Profilraster abfährt, ist der Mehraufwand für das Sonar gering. Meist genügt es, den Profilabstand an die Schwadbreite anzupassen.

Ergebnisse

Was aus einer Sonaraufnahme entsteht

Sonarmosaik

Georeferenziertes Gesamtbild der Fläche als GeoTIFF — direkt in QGIS oder ArcGIS ladbar.

Flächenabgrenzungen

Interpretierte Grenzen von Seegras, Sand, Kies und Schlamm als Shapefile mit Flächenangaben.

Objektverzeichnis

Auffällige Objekte mit Koordinaten, Bildausschnitt und geschätzter Größe in einer Liste.

Bericht

Geräteeinstellungen, Abdeckung, Randbedingungen und die Begründung der Interpretation.

Was das Verfahren nicht kann

Ein Sonarbild ist eine Interpretationsgrundlage, keine Laboranalyse. Die Ansprache von Sedimenten erfolgt anhand der Rückstreuung und ist damit eine begründete fachliche Deutung — keine Korngrößenbestimmung. Wo es auf gesicherte Werte ankommt, sollte das Ergebnis an einzelnen Stützpunkten durch Proben oder Sondierungen abgesichert werden. Das sage ich vorher und schreibe es in den Bericht, statt eine Genauigkeit zu suggerieren, die das Verfahren nicht hergibt.

Anfrage

Was soll am Gewässergrund sichtbar werden?

Ob Seegrasbestand, Sedimentverteilung oder die Suche nach einem konkreten Objekt — schildern Sie die Fragestellung, dann sage ich Ihnen, ob das Sonar das richtige Werkzeug dafür ist.

+49 157 703 426 85 info@deep-blue-survey.de