Leistung 03

Volumenberechnung und Sedimentmächtigkeit

„Wie viel muss raus?" ist selten eine Frage der Tiefe allein. Sie ist eine Frage nach dem Volumen zwischen zwei Flächen — und bei schlammigen Sohlen zusätzlich danach, wo die Weichschicht endet und der tragfähige Boden beginnt.

Prinzip

Ein Volumen entsteht immer zwischen zwei Flächen

Die gemessene Sohle ist die eine Fläche. Die zweite ergibt sich aus Ihrer Aufgabenstellung — und bestimmt, was die Zahl am Ende aussagt.

Referenz A

Gegen die Soll-Sohle

Vergleich mit einer geplanten Sollhöhe oder Solltiefe. Ergebnis: Über- und Unterbaggerung, getrennt ausgewiesen und gegen Toleranzbänder geprüft.

Referenz B

Gegen eine Vormessung

Differenz zwischen zwei Epochen. Ergebnis: tatsächlich bewegte Massen, Verlandungszuwachs oder Erosion — als Differenzmodell und als Volumen.

Referenz C

Gegen einen festen Horizont

Bei Weichschichten: Volumen zwischen Schlammoberkante und gewachsenem Boden. Ergebnis: die Menge, die tatsächlich als Schlamm ansteht.

Sedimentmächtigkeit

Weichschichten: zwei Reflexionen, ein Messgang

In Teichen, Hafenbecken, Rückhaltebecken und langsam fließenden Gewässern liegt über dem gewachsenen Boden häufig eine Mudde-Schicht. Ein Einstrahl-Echolot mit 50 kHz durchdringt weiches Sediment. Die zweite hohe Frequenz (450kHz) detektiert die Oberkante der Deckschicht.

Echogramm entlang eines Profils: oben die gestrichelte, schwache Reflexion der Schlammoberkante, darunter der starke Reflektor des festen Bodens, dazwischen Mächtigkeiten von 0,5 bis 1,1 Meter
Die schwache obere Reflexion ist die Schlammoberkante, die starke untere der tragfähige Untergrund. Über das Messgebiet aufsummiert ergibt der Zwischenraum das Baggervolumen.

Warum das praktisch wichtig ist

  • Nutzbare Wassertiefe richtet sich nach der Schlammoberkante — relevant für Schifffahrt, Liegeplätze und Retentionsvolumen.
  • Baggermenge richtet sich nach dem festen Grund — relevant für Leistungsbeschreibung, Kalkulation und Entsorgung.
  • Beides in einem Messgang, ohne zusätzliche Sondierungen oder Rammkernsondierungen für die Fläche.

Was die Methode nicht kann

Die akustische Trennung funktioniert dort gut, wo ein deutlicher Dichtesprung zwischen Mudde und gewachsenem Boden vorliegt. Bei sehr gasreichen Schlämmen oder gleitenden Übergängen wird die Interpretation unsicherer.

In solchen Fällen empfehle ich, die akustischen Ergebnisse an einzelnen Stützpunkten durch eine Sondierung zu verifizieren — und sage das vorher, nicht im Bericht.

Auswertefenster der hydrographischen Software mit Volumenstatistik: Fläche, Unter- und Überbaggerung sowie Mengen innerhalb und außerhalb der Toleranzbänder
Auszug aus der Volumenauswertung: Fläche, Über- und Unterbaggerung sowie Mengen innerhalb und außerhalb der vereinbarten Toleranz — nachvollziehbar getrennt ausgewiesen.

Auswertung

Nachvollziehbar statt „eine Zahl"

Eine einzelne Kubikmeterzahl ohne Kontext ist wertlos. Deshalb wird die Berechnung so geliefert, dass sie prüfbar bleibt:

  • verwendete Referenzfläche und ihre Herkunft, benannt
  • Rastergröße und Interpolationsverfahren, dokumentiert
  • Über- und Unterbaggerung getrennt statt saldiert
  • Toleranzbänder nach Ihrer Vorgabe berücksichtigt
  • Differenzmodell als Karte — man sieht, wo die Masse liegt
  • Abgrenzung des Berechnungsgebiets als Geometrie mitgeliefert

Hinweis: Ein Volumen ist immer nur so belastbar wie die schwächere der beiden Flächen. Stammt die Referenz aus einer alten Messung unbekannter Genauigkeit, wird das im Bericht benannt.

Anwendungsfälle

Wo Massen zur Entscheidung werden

Entschlammung

Teiche, Stadtgewässer und Löschwasserbecken: Schlammvolumen ermitteln, Ausschreibung mit belastbaren Mengen ausstatten, Erfolg nach der Maßnahme belegen.

Rückhaltebecken & Talsperren

Verlandungsgrad und verbleibendes Retentionsvolumen bestimmen — die Grundlage für Betriebspläne und Räumintervalle.

Nassbaggerei

Aufmaß vor und nach der Ausführung, Soll-Ist-Vergleich, Über- und Unterbaggerung als Abrechnungsgrundlage.

Kies- und Sandgruben

Abbaufortschritt und entnommene Mengen im Nassabbau dokumentieren, auch für Nachweise gegenüber Behörden.

Sedimentbilanz an der Küste

Abtrag und Anlandung über Profilreihen aufsummieren und daraus den Sedimenttransport beschreiben.

Küstenvermessung ansehen

Hafenbecken & Marinas

Baggerbedarf je Liegeplatzbereich statt pauschal für das ganze Becken — gezielt räumen, wo es nötig ist.

Anfrage

Welche Menge müssen Sie belegen?

Sagen Sie mir, gegen welche Referenz gerechnet werden soll — Soll-Sohle, Vormessung oder fester Grund. Den Rest kläre ich mit Ihnen im Detail.

+49 157 703 426 85 info@deep-blue-survey.de