Unbemanntes Vermessungsboot NaviBlue auf einem Gewässer in Lübeck, unter Wasser die Schallkeule des Echolots

Hydrographie · Lübeck · Schleswig-Holstein

Gewässervermessung mit unbemanntem Vermessungsboot

Wassertiefen in Seen, Flüssen, Hafenbecken und der Ostsee — erfasst mit Einstrahl-Echolot, RTK-GNSS und Motion-Sensor auf einem 22 kg leichten USV. Gesteuert über Starlink und 5G, auch während Ihr Team vor Ort die Drohne fliegt.

1–2 cmLage- und Höhengenauigkeit über RTK-GNSS
30 cmTiefgang — messen bis fast ans Ufer
10 HzMessrate des Einstrahl-Echolots
100 %elektrisch — emissionsfrei und leise

Warum ein unbemanntes Messboot

Vier Gründe, die im Projekt den Unterschied machen

Ein USV erschließt Gewässer, an die ein Messschiff nicht kommt, und macht kleine Messkampagnen wirtschaftlich, die sich sonst nicht rechnen.

Parallel zur Landvermessung

Das Boot wird aus dem Büro gesteuert. Ihr Team fliegt vor Ort die Drohne oder führt die Landvermessung durch, die Wassertiefen entstehen zur selben Zeit.

30 cm Tiefgang

Flachwasser, Verlandungszonen, Schilfkanten, Uferbereiche: gemessen wird bis in rund 0,4 m Wassertiefe. Kein Trailer, kein Kran, kein Slipplatz nötig — das Boot ist tragbar.

Genehmigungsfreundlich

Vollelektrischer Antrieb, kein Kraftstoff, kaum Geräusch, minimaler Wellenschlag. In Schutzgebieten und Trinkwassertalsperren ein entscheidendes Argument gegenüber Behörden.

Genauigkeit auch bei Seegang

Der tiefe Schwerpunkt erlaubt Messfahrten bei 40–50 cm Wellenhöhe. Der Motion-Sensor rechnet Roll, Pitch und Heave heraus — in der Ostsee bestätigt, ohne Qualitätsverlust.

Fernbetrieb

Das Boot fährt vor Ort. Gesteuert wird im Büro.

Über Starlink, zwei getrennte 5G-Netze und WLAN ist das USV von jedem Ort mit Internetverbindung steuerbar. Genau darin liegt der wirtschaftliche Hebel: Ihre Leute sind ohnehin am Gewässer — für die Bathymetrie muss niemand zusätzlich anreisen. Bei einem Verbindungsabbruch fährt das Boot automatisch zurück zur Küste.

Schema der Fernsteuerung: Messgebiet mit Drohnenbefliegung und USV, redundante Verbindung über Starlink, zwei 5G-Netze und WLAN, Steuerplatz im Büro mit Live-Video und Echolotdaten
Datenweg zwischen Messgebiet und Steuerplatz. Fällt eine Verbindung aus, übernimmt automatisch die nächste — das Boot bleibt durchgehend über Kamerabild und Telemetrie überwacht.

Vier Verbindungswege

  • Starlink-Satellitenkommunikation
  • Dual-SIM-5G, zwei verschiedene Anbieter
  • 7 dBi WLAN-Antenne für Nahbereich
  • automatisches Failover im Betrieb

Autonom oder manuell

Geplante Profile fährt das Boot autonom ab. Jederzeit lässt sich manuell eingreifen, umplanen oder anhalten — Not-Stopp inklusive.

Immer im Blick

Fisheye-Kamera als Live-Bild, dazu Position, Kurs, Tiefe, Signalqualität und Akkustand direkt in der Steuersoftware.

Messprinzip

Drei Sensoren, ein Höhenwert

Ein Einstrahl-Echolot misst mit 450 kHz und einer schmalen Keule von 5° senkrecht nach unten — zehn Messungen pro Sekunde, 1 mm Auflösung. Die schmale Keule ist im Flachwasser ein Vorteil: Der ausgeleuchtete Fußpunkt bleibt klein, Kanten und Sohlstrukturen verschmieren nicht.

Querschnitt durch ein Gewässer: RTK-GNSS auf dem Boot, Motion-Sensor, Einstrahl-Echolot mit 5 Grad Schallkeule, Wassertiefe bis zur Schlammoberkante und Weichschichtmächtigkeit bis zum festen Grund
Messprinzip im Querschnitt. Aus GNSS-Höhe und Schalllaufzeit entsteht direkt eine Höhe des Gewässergrundes in DHHN2016 — nicht nur eine Tiefe unter einem schwankenden Wasserspiegel. Zum Vergrößern anklicken

Parallel liefert der RTK-GNSS-Empfänger über SAPOS®-Korrekturdaten Lage und Höhe auf 1–2 cm. Der Motion-Sensor kompensiert Roll, Pitch und Heave. Erst die Kombination macht aus einer gemessenen Tiefe eine belastbare Höhe.

Bei Weichschichten liefert das Signal zwei Reflexionen: die schwache Schlammoberkante und den starken, gewachsenen Boden darunter. Der Abstand ist die Mächtigkeit der Weichschicht.

Hinter Deep Blue Survey

Ein Ansprechpartner — von der Planung bis zum Bericht

Ich bin Thomas Mommsen, Geophysiker (M.Sc.) mit Schwerpunkt Marine Geophysik, ausgebildet an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Seit rund sieben Jahren arbeite ich in einem professionellen Vermessungsunternehmen und verbinde dort täglich geophysikalisches Know-how mit moderner Sensorik und komplexer Datenverarbeitung. Mit Deep Blue Survey erfasse ich hydrographische Daten flexibler, kostengünstiger, effizienter und umweltfreundlicher.

Häufige Fragen

Kurz beantwortet

Wie genau sind die Ergebnisse?

In der Lage und Höhe erreicht die RTK-GNSS-Positionierung 1–2 cm. Das Echolot löst mit 1 mm auf. Die tatsächliche Gesamtgenauigkeit hängt zusätzlich von Wellengang, Schallgeschwindigkeit und Sohlbeschaffenheit ab — sie wird im Messbericht über Kreuzungspunkte an Kontrollprofilen nachgewiesen, nicht behauptet.

Wie flach kann gemessen werden?

Bei rund 30 cm Tiefgang ist ab etwa 0,4 m Wassertiefe eine sichere Messfahrt möglich. Der Messbereich des Echolots beginnt bei 0,15 m unter dem Schwinger und reicht bis 100 m.

Muss jemand vor Ort sein?

Zum Einsetzen und Bergen ja — das übernimmt in vielen Projekten das Team, das ohnehin vor Ort ist, etwa für eine Drohnenbefliegung. Die Messfahrt selbst steuert eine zweite Person über das Internet aus dem Büro. Das ersetzt eine komplette zweite Anreise.

Was ist bei Wind und Wellen möglich?

Durch den tiefen Schwerpunkt sind Messfahrten bei 40–50 cm Wellenhöhe möglich. Messungen in der Ostsee haben gezeigt, dass die Datenqualität dank Motion-Sensor darunter nicht leidet.

Anfrage

Sagen Sie mir, welches Gewässer — ich sage Ihnen, wie es messbar wird.

Ein kurzes Telefonat reicht meist, um Machbarkeit, Aufwand und Liefertermin einzuschätzen. Auch bei ungewöhnlichen Fragestellungen lohnt der Anruf.

+49 157 703 426 85 info@deep-blue-survey.de