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Küsten- und Ostseevermessung: vom Strand bis 5 m unter NHN

Der flache Vorstrand ist für Messschiffe zu seicht und für die Landvermessung zu nass. Genau diese Lücke schließt das USV — mit rund 30 cm Tiefgang und einem Motion-Sensor, der Seegang aus den Daten herausrechnet.

Unbemanntes Vermessungsboot NaviBlue im flachen Wasser vor einem Ostseestrand mit Buhnenreihe, am Ufer ein Vermesser in Warnkleidung
Einsatz an einem Ostsee-Küstenabschnitt: Das Boot arbeitet im Flachwasser vor der Buhnenreihe, während am Strand die Landvermessung läuft.

Aus der Praxis

Erprobt in der Ostsee

In einem Küstenprojekt wurde vom Strand bis in 5 m Wassertiefe unter NHN gemessen und die Höhe des Meeresbodens präzise erfasst. Auf dieser Grundlage lassen sich Sedimenttransporte beschreiben, Volumina abschätzen und Kartierungen erstellen.

Die Erfahrung aus diesen Messungen ist eindeutig: Durch den Motion-Sensor leidet die Datenqualität bei Wellengang nicht. Der tiefe Schwerpunkt des Katamaran-Rumpfes erlaubt Messfahrten bei 40–50 cm Wellenhöhe.

Zugleich kommt das Boot dorthin, wo größere Einheiten aufsetzen würden — bis in rund 0,4 m Wassertiefe, dicht an Buhnen, Steinschüttungen und Uferkanten.

Messprinzip Küstenprofil

Zwei Epochen, eine Volumenbilanz

Küstendynamik zeigt sich erst im Vergleich. Wird derselbe Profilschnitt zu zwei Zeitpunkten gemessen, ergibt die Fläche zwischen beiden Linien den Materialverlust beziehungsweise -gewinn pro Profilmeter — und über die Profile aufsummiert die Volumenbilanz des Abschnitts.

Küstenprofil von der Düne bis 5 Meter unter NHN mit zwei überlagerten Messepochen: strandnah Abtrag, seewärts Auftrag und seewärts gewanderte Riffbank, dazu USV, Landvermessung und Drohne im Überlappungsbereich
Prinzip der Wiederholungsmessung: strandnaher Abtrag, seewärtige Anlandung, wandernde Riffbank. Land- und Wasserdaten überlappen im Bereich um die Wasserlinie und schließen dadurch lückenlos an.
0,4 mab dieser Wassertiefe ist eine Messfahrt möglich
40–50 cmWellenhöhe, bei der noch gemessen werden kann
1–2 cmHöhengenauigkeit über RTK-GNSS, direkt in NHN

Lückenloser Übergang

Ein Datensatz über die Wasserlinie hinweg

Küstenprofile brechen typischerweise dort ab, wo die Zuständigkeiten wechseln: Die Drohnenbefliegung endet an der Wasserlinie, das Messschiff beginnt erst in mehreren Metern Tiefe. Dazwischen bleibt eine Lücke, die im Modell interpoliert werden muss.

Küstenquerschnitt von der Düne bis fünf Meter unter NHN mit Drohnenbefliegung, Landvermessung im Flachwasser und unbemanntem Vermessungsboot, alle über dieselben RTK-GNSS-Korrekturdaten im selben Höhensystem. Darunter der Vergleich zweier Abdeckungen: üblicherweise bleibt zwischen Drohne und Messschiff eine Lücke, mit dem USV überlappen Land- und Wasserdaten stattdessen in einem gemeinsamen Streifen
Oben das Küstenprofil mit allen beteiligten Sensoren, unten der Vergleich der Abdeckung: Wo sonst eine interpolierte Lücke bleibt, entsteht mit dem USV ein überlappender Streifen — in dem sich Land- und Wasserdaten gegenseitig kontrollieren lassen. Zum Vergrößern anklicken

Weil das USV bis in rund 0,4 m Wassertiefe fährt, überlappen Land- und Wasserdaten. Beide Datensätze liegen über RTK-GNSS im selben Höhensystem — der Übergang wird prüfbar statt geschätzt.

Und weil die Fernsteuerung über Starlink und 5G läuft, entsteht die Bathymetrie im selben Termin wie die Befliegung: Ihr Team setzt das Boot ein, gesteuert wird aus dem Büro.

Anwendungsfälle

Was sich aus Küstenprofilen ableiten lässt

Sedimenttransport & Volumenbilanz

Wo verliert der Strand Material, wo lagert es sich wieder an? Wiederholungsmessungen zeigen Richtung und Größenordnung des Transports und liefern Volumina als Zahl statt als Vermutung.

Küstenschutz-Monitoring

Wirkung von Buhnen, Steinschüttungen und Deckwerken über die Zeit belegen — auf identischen Profilachsen, mit vergleichbarem Verfahren.

Strandaufspülungen

Zustand vor der Maßnahme, eingebaute Menge und Umverteilung danach: die Grundlage für Erfolgskontrolle und Abrechnung.

Kartierung des Meeresbodens

Digitale Geländemodelle des Vorstrands, Tiefenlinien und Hangneigungen — als Planungsgrundlage und für hydro- und morphodynamische Modelle.

Seegras & Habitate

Mit optionalem Seitensicht-Sonar wird die Ausdehnung von Seegraswiesen flächig kartierbar, ergänzt um eine Ansprache des Sediments.

Seitensicht-Sonar ansehen

Forschung & Lehre

Kleinräumige, häufig wiederholte Aufnahmen für Prozessstudien — dort besonders sinnvoll, wo Schiffszeit teuer und der Bereich zu flach ist.

Emissionsfrei — und damit genehmigungsfreundlich

Küstenabschnitte liegen häufig in Natur- oder Vogelschutzgebieten. Der vollelektrische Antrieb bedeutet: kein Kraftstoff an Bord, keine Abgase, geringe Geräuschentwicklung und minimaler Wellenschlag. In Abstimmungen mit Behörden und Naturschutzbehörden ist das regelmäßig das entscheidende Argument — auch weil das Boot mit 22 kg ohne Slipanlage einsetzbar ist und keine Infrastruktur am Ufer benötigt.

Anfrage

Welchen Küstenabschnitt möchten Sie vermessen lassen?

Ob Einzelaufnahme oder Monitoring-Reihe über mehrere Jahre: Nennen Sie Lage, Profillänge und gewünschte Wiederholung — Sie erhalten eine konkrete Einschätzung.

+49 157 703 426 85 info@deep-blue-survey.de